Horizon (1964)
Staffel 37: Folge 15
Der AIDS-Epidemie in Afrika liegt ein tödliches Geheimnis zugrunde, das Wissenschaftlern seit Jahren Rätsel aufgibt. Es gibt Gruppen von Menschen, bei denen die Wahrscheinlichkeit einer HIV-Infektion viermal geringer ist als bei anderen Menschen, die manchmal nur wenige Meter entfernt in einem einzigen Tal leben – Menschen mit scheinbar ähnlichem Verhalten und Lebensstil. Wissenschaftler erkannten, dass, wenn sie verstehen könnten, warum diese Menschen so viel weniger anfällig für das HIV-Virus sind, dies zu einer Antwort führen könnte, die Millionen von Leben retten könnte. Und nach 15 Jahren Detektivarbeit stellt sich heraus, dass es eine bemerkenswert einfache Antwort geben könnte: Die Hochrisikogebiete für HIV fallen mit Stämmen zusammen, die unbeschnitten sind. In Afrika scheint es, dass ein Mann, der unbeschnitten ist, viel wahrscheinlicher an HIV erkrankt. In Kaoma, West-Sambia, ist ein kleiner Junge auf dem Weg zum heiligen Mukondaa – dem Beschneidungsplatz des Stammes. Um ihn herum sind die Stammesältesten versammelt, gekleidet in ihre zeremoniellen Gewänder und farbenfrohen Masken. Aber der Junge selbst ist ein Außenseiter, nicht aus diesem Stamm, und keiner seiner Verwandten oder Vorfahren wurde jemals beschnitten. Tatsächlich sind seine Eltern nur bereit, das Tabu ihres eigenen Stammes zu brechen, weil sie glauben, dass die Beschneidung sein Leben retten könnte, indem sie ihn vor AIDS schützt. Auf den ersten Blick scheint dieser Glaube ein Aberglaube zu sein, dem sich verzweifelte Menschen in Zeiten der Pest oft zuwenden. Aber jetzt gibt es wissenschaftliche Beweise dafür, dass diese Leute durchaus Recht haben könnten. Mittlerweile gibt es 27 statistische Studien, die einen großen Unterschied in der HIV-Infektion zwischen beschnittenen und unbeschnittenen Männern zeigen. Unter den unbeschnittenen Menschen in Kisumu im Westen Kenias beispielsweise ist die Wahrscheinlichkeit, an AIDS zu erkranken, dreimal so hoch wie bei seinen beschnittenen Nachbarn. Bei Lkw-Fahrern in Mombasa beträgt der Unterschied das Vierfache. Horizon reist durch Afrika und verfolgt die Arbeit von Wissenschaftlern, die die statistischen Daten hinter diesem Zusammenhang ans Licht gebracht haben. Gleichzeitig kämpfen Mikrobiologen darum, das komplexe und heimtückische Virus zu verstehen, und ihre Arbeit deutet darauf hin, dass die Vorhaut ein wichtiger Eintrittspunkt für HIV sein könnte. Die logische Schlussfolgerung dieser Wissenschaftler ist, dass man beginnt, den Mann zu schützen, wenn man die Vorhaut entfernt. Niemand glaubt, dass die Beschneidung vollständig schützen kann – die bisherigen Erkenntnisse deuten lediglich darauf hin, dass sie das Risiko einer HIV-Infektion verringert, und das auch nur beim heterosexuellen Sex. Unbestritten sind Kondome nach wie vor der beste Schutz. Aber in den vielen Ländern, in denen die Verwendung von Kondomen minimal ist, scheint es, dass die Beschneidung dazu beitragen könnte, die Ausbreitung von AIDS einzudämmen. Sollten Regierungen angesichts des Fehlens eines Impfstoffs gegen AIDS und der mangelnden Verwendung von Kondomen in den Entwicklungsländern das Undenkbare in Betracht ziehen und die Beschneidung kleiner Jungen in nicht beschneidenden Stämmen als öffentliche Maßnahme fördern? Dieser Idee widersprechen die Stimmen von Stammesältesten, die es ablehnen, seit Generationen bestehende Stammestraditionen zu ändern, und eine erbitterte westliche Anti-Beschneidungs-Lobby, die glaubt, dass Beschneidung eine Form der Verstümmelung sei und grundlegende Menschenrechte verletze.
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Horizon erzählt erstaunliche wissenschaftliche Geschichten, lüftet Geheimnisse und enthüllt Welten, die Sie noch nie zuvor gesehen haben.
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