Horizon (1964)
Staffel 39: Folge 7
Als Charles Darwin Mitte des 19. Jahrhunderts seine Evolutionstheorie veröffentlichte, blieb eine Tierart ein Rätsel; Wo passten Vögel in seinen Stammbaum? Einige Jahre später fand sein Freund und Kollege Thomas Henry Huxley eine Antwort. Huxley hatte kürzlich ein neues Fossil aus Süddeutschland namens Archaeopteryx untersucht, das in paläontologischen Kreisen für große Aufregung sorgte. Es gab deutliche Spuren von Federn und es war offensichtlich, dass dies der früheste fossile Beweis eines Vogels war, der jemals gefunden wurde. Huxley bemerkte noch etwas anderes. Für ihn sah es so aus, als ob das Skelett eine verblüffende Ähnlichkeit mit dem einer Familie fleischfressender Dinosaurier, den sogenannten Therapoden, aufwies. In den 1860er Jahren verkündete er auf der Grundlage dieser Beobachtung eine neue Theorie; Vögel müssen sich aus Dinosauriern entwickelt haben. Die Theorie löste eine der größten Kontroversen in der Paläontologie aus. Könnte Huxley möglicherweise recht haben? Wie konnte sich ein großes landgebundenes Lebewesen wie ein Dinosaurier jemals zu etwas so Leichtem und Schlankem wie einem Vogel entwickeln? Viele stellten die Genauigkeit von Huxleys Beobachtungen in Frage und seitdem wird nach weiteren fossilen Beweisen gesucht, um die Theorie zu bestätigen; ein Übergangstier, das unwiderlegbar zeigen würde, wie sich in einem Lebewesen Vögel aus Dinosauriern entwickelt hatten. Es ist zu einem der großen fehlenden Glieder in der Paläontologie geworden. Im Frühjahr 1999 stieß ein amerikanischer Sammler auf der Tucson Gem and Fossil Fair in Arizona auf ein neues chinesisches Fossil, bei dem es sich offenbar um dieses Übergangstier handelte. Es hatte den Kopf und Oberkörper eines Vogels, aber den Schwanz eines Dinosauriers. Es wurde Archaeoraptor oder „alter Jäger“ genannt. In den 1990er Jahren tauchten in China zahlreiche wichtige Fossilien auf, die eine offensichtliche Verwandtschaft zwischen Dinosauriern und Vögeln belegen. Praktisch alle stammen aus einer Region im Norden des Landes namens Liaoning, einem der fossilreichsten Gebiete der Welt. Hier begruben Vulkanausbrüche vor 130 Millionen Jahren ein Feuchtgebiet, in dem es einst von Wildtieren wimmelte. Viele der Fossilien sind im feinen Schlick hervorragend erhalten geblieben; An einigen haften sogar Reste von Weichgewebe. Hier fanden chinesische Wissenschaftler 1996 eine Kreatur, die sie Sinosauropteryx nannten, ein Tier, das viele Ähnlichkeiten mit einem Dinosaurier aufwies, aber anscheinend mit einem federähnlichen Fell bedeckt war. Zwei Jahre später fand ein gemeinsames chinesisch-amerikanisches Team eine noch auffälligere Kreatur; ein Dinosaurier-ähnliches Tier mit sehr klaren Federn, das sie Caudipteryx nannten. Weitere ähnliche gefiederte Dinosaurier folgten, darunter 1999 ein wichtiges Exemplar namens Sinornithosurus. Doch für diejenigen, die die Beziehung zwischen Dinosauriern und Vögeln in Frage stellten, warfen diese fabelhaften Funde ebenso viele Fragen auf, wie sie beantworteten. Waren die federähnlichen Markierungen wirklich Zeichen von Federn oder handelte es sich dabei um etwas anderes? Und waren die Skelette wirklich die von Dinosauriern oder waren es tatsächlich die Skelette neuer, noch nicht identifizierter Vögel? Was noch fehlte, war der Beweis, der alle zufriedenstellte. Das neue Archaeoraptor-Fossil, ebenfalls aus der Region Liaoning in China, schien genau das zu sein. Hier gab es bei einem Tier eine einzigartige Vielfalt an Dinosaurier- und Vogelmerkmalen. Es hatte den Schädel und den Oberkörper eines Vogels, aber die Zähne und Hände eines Dinosauriers. Es hatte auch die Beine eines Vogels, aber den Schwanz eines Dinosauriers. Es handelte sich um den vollständigsten Satz an Übergangsmerkmalen, der jemals bei einem Lebewesen gefunden wurde. Im November 1999 erwähnte das National Geographic Magazine ihn in einem Artikel über die Herkunft der Vögel besonders und nannte ihn „ein echtes fehlendes Glied“. Die von Thomas Huxley in den 1860er Jahren begonnene Debatte schien gelöst zu sein. Doch innerhalb weniger Monate zeigten neue Funde in China, dass es sich bei Archaeoraptor um eine äußerst clevere Fälschung handelte. Kopf und Oberkörper eines bisher unbekannten Vogels waren auf den Schwanz eines bisher unbekannten Dinosauriers geklebt worden. Für das National Geographic Magazine war es ein journalistisches Desaster. Für die Paläontologie war das Fossil jedoch alles andere als eine Katastrophe. Als Wissenschaftler in China und Amerika Kopf und Schwanz getrennt untersuchten, kam ein außergewöhnlicher Glücksfall zu dem Schluss, dass beide für sich genommen einzigartige und äußerst wertvolle Exemplare waren. Beide enthielten auf ihre unterschiedliche Weise starke Beweise dafür, dass sich Vögel aus Dinosauriern entwickelt hatten.
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